Der Schlosspark Plaue am westlichen Rand der Stadt Brandenburg a.d.Havel direkt am Ufer des Plauer Sees gelegen, zieht sich einen guten Kilometer am Ufer der Havel entlang, die hier nach Norden in Richtung Elbe verschwenkt. Hier beginnt auch der landschaftlich besonders reizvolle Fließabschnitt der Unteren Havel.
Der Schlosspark ist aus einem Landschaftspark hervorgegangen, der Mitte des 19. Jh. vom damaligen Grafen von Koenigsmarck angelegt wurde und eine ältere barocke Anlage überprägte. Der ursprünglich größere „Tiergarten“ erstreckte sich noch in den Bereich des heutigen Stadtparks weiter südlich und westlich am Ufer der Seen entlang; heute überdeckt er noch ca. 19 ha.
Die Uferzone des Schlossparks ist Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes "Brandenburger Wald- und Seengebiet", das durch
Verordnung geschützt ist.
Der Park ist morphologisch sanft gegliedert und steigt in seinem Zentrum vom Plauer See relativ steil zu einem Geschiebelehmrücken an, auf dem sich die Kirche im Ortskern von Plaue befindet.
Der Schlosspark dokumentiert als einzige Parkanlage des märkischen Adels innerhalb des Brandenburger Stadtgebietes die Entwicklung der Gartenkunst bis in das frühe 20. Jh. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der nachfolgenden Enteignung des damaligen Schlossbesitzers verwilderte der Park durch mangelnde Pflege und wurde zu DDR-Zeiten in Teilen durch bauliche Eingriffe geschädigt.
Maßnahmen zur denkmalgerechten rekonstruierenden Sanierung wurden in großen Teilen bereits realisiert: das Engelstor ist restauriert und saniert worden, der historische Kutschweg vom Schloss zum Friedhof wurde wiederhergestellt. Große Teile des nördlichen Areals des Parks wurden ausgelichtet und von Totholz befreit. Im zentralen Abschnitt wurden Neupflanzungen vorgenommen.
Der Schlosspark befindet sich heute in städtischem und privatem Besitz und ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich. In den Privatbesitz gehört der komplette Schlosskomplex mit Nebenbauten und ein Teil des angrenzenden Parks. Der Schlosspark bietet den Besuchern vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, Teile des Wegenetzes gehören zum Brandenburger Radwege- und Wandernetz (Fontaneweg, 7-Seen-Tour und Havel-Radweg)
Der Park ist durch Gehölze, Wiesenräume, Wege und Wasserflächen gegliedert; seine räumliche Struktur wird von dominierenden geschlossenen waldartigen Gehölzbeständen und offenen Wiesenräumen geprägt. Er besteht hauptsächlich aus Laubbaumgruppen mit Strauchbeständen, die immer wieder den Blick auf die Röhrichtzone und die Wasserflächen des Plauer Sees freigeben.
Der Schlosspark zeichnet sich durch eine besonders naturnahe Ausprägung aus und ist deshalb auch Nist- und Lebensraum für viele Vogelarten. Nachtigall und Rohrsänger sind hier ebenso heimisch wie verschiedene Spechtarten, Turmfalken, Käuzchen und Seeadler.
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